← Alle Recherchen
RechercheFrank Finanzplanung

Frank Finanzplanung: Das Familienimage und die seltsame Bewertung

Drei Männer in blauen Poloshirts, 38 Jahre Erfahrung, Duz-Ansprache. Doch Frank Finanzplanung ist keine Solarfirma, sondern eine Investmentberatung, die an PARQ Energy vermittelt. Und im Google-Profil von PARQ steht eine Fünf-Sterne-Bewertung, die mich wütend macht.

Slug:frank-finanzplanung-erfahrung
Faktenbox
Autor
Redaktion
Veröffentlicht
14. Mai 2026
Lesezeit
9 Min.
Slug
frank-finanzplanung-erfahrung
Symbolbild zur Recherche: Frank Finanzplanung: Das Familienimage und die seltsame Bewertung
Symbolbild · Frank Finanzplanung

Wer die Photovoltaik-Seite von Frank Finanzplanung öffnet, sieht zuerst ein Familienfoto: drei lächelnde Männer in blauen Poloshirts, verschränkte Arme, Handschlagqualität. Darunter Zahlen, die Sicherheit suggerieren: 38 Jahre Erfahrung, 16 Millionen Euro eingesparte Steuerlast, 55 Millionen Euro verkaufte PV-Anlagen, 10 Prozent durchschnittliche Rendite. Genau dieses Bild öffnet Türen bei wohlhabenden Privatkunden. Und genau dieses Bild verdient einen zweiten Blick.

Denn mit Energiewende, Umwelt oder Anlagenbau hat das Unternehmen ursprünglich nichts zu tun. Frank Finanzplanung ist eine allgemeine Investment- und Finanzberatung, kein Fachbetrieb für Photovoltaik. Gebaut, betrieben und verkauft wird woanders. Was bleibt, ist die Vermittlung, und die führt zu PARQ Energy.

Der Pitch ist dabei erstaunlich offen: Es geht nicht um Solarstrom, es geht um Steuern. Beworben wird ein Investitionsabzugsbetrag von 200.000 Euro, eine sofortige Rückerstattung von bis zu 95.000 Euro, dazu später eine Sonder-AfA. In Summe: »bis zu 135.000 Euro weniger Steuerlast«. Dazu 2.500 Euro monatlicher Cashflow und ein Einstieg »nahezu eigenkapitalfrei«, finanziert über die Steuerrückerstattung und einen Bankkredit über 80 Prozent des Kaufpreises.

Was in dieser Rechnung nicht laut ausgesprochen wird: Der IAB ist eine Steuerstundung, keine Steuerersparnis. Wer heute abzieht, versteuert später. Bleibt die Investition aus oder verschiebt sie sich über die Frist hinaus, wird der Abzugsbetrag rückwirkend aufgelöst, samt Zinsen. Und die 80 Prozent Fremdkapital verschwinden nicht, wenn eine Anlage weniger Ertrag bringt als prognostiziert. Aus »ohne eigenen Aufwand« wird dann sehr schnell ein sehr eigener Aufwand.

Auch die Renditeangaben verdienen Skepsis. »10 Prozent durchschnittlich« und »13 Prozent« in der Fallstudie sind Modellrechnungen unter Annahmen zu Strompreisen, Einspeisung, Zinsen und Laufzeit über 30 Jahre. Eine Fallstudie mit einem einzelnen zufriedenen Kunden ist kein Nachweis, sondern Marketing.

Bemerkenswert ist ein Satz auf der eigenen Seite: »Andere Finanzberater wollen oft nur ihre eigenen Interessen durchsetzen.« Genau daran darf man das Haus messen. Echte Honorarberatung sähe so aus: dokumentierte Alternativen, ein Produktvergleich, offen ausgewiesene Vermittlungsprovisionen. Was uns vorliegt, erfüllt diese Standards nicht. Stattdessen: ein Produkt im Mittelpunkt, ein vorgefertigter Steuerpitch und der Weg zu PARQ Energy.

Und dann ist da dieser Screenshot, den ich unten eingebunden habe. Im Google-Profil der PARQ energy GmbH steht eine Fünf-Sterne-Rezension eines Nutzers namens Lukas. Ich zitiere sie fast vollständig, weil man den Ton hören muss: »höchstem Niveau«, »transparente Projektabwicklung«, »professionelle Betreuung«, »absolute Empfehlung für jeden, der sich für ein PV-Direktinvestment interessiert«. Fünf gelbe Sterne, ein freundliches Profilbild, ein Vorname. Klingt nach einem zufriedenen Kunden, der einfach mal Danke sagen wollte.

Nur: Vorname und Profilbild passen nach allem, was ich vergleichen konnte, zu einem Sohn des Geschäftsführers von Frank Finanzplanung. Also zu jemandem aus genau der Familie, die dieses Investment vermittelt und daran verdient. Kein Kunde. Kein Unbeteiligter. Familie.

An der Stelle muss ich sagen: Das ärgert mich ehrlich. Nicht ein bisschen, sondern richtig. Diese Firma verkauft ihr Familienbild als Qualitätsmerkmal, drei Männer im Poloshirt, Handschlag, wir duzen uns, wir sind die Ehrlichen. Und dann setzt sich der Sohn des Chefs hin und schreibt beim eigenen Geschäftspartner eine Jubelbewertung, als wäre er ein x-beliebiger Anleger. Das ist keine Kleinigkeit und kein Versehen. Das ist dreist.

Ich muss das nochmal betonen, weil mir das wirklich nicht aus dem Kopf geht. Der Sohn des Geschäftsführers. Nicht ein Praktikant, nicht ein entfernter Bekannter, nicht ein zufälliger Mitarbeiter. Der Sohn. Der in diesem Familienbetrieb aufgewachsen ist, der das Foto mit den drei Männern in blauen Poloshirts kennt, der weiß, dass das Unternehmen an PARQ Energy vermittelt. Und genau dieser Sohn schreibt eine Bewertung, in der er sich als begeisterter Kunde gibt. Fünf Sterne. »Absolute Empfehlung.« Als wäre er jemand von außen, der einfach seine gute Erfahrung teilen möchte.

Das ist nicht nur dreist. Das ist kalkuliert. Eine Google-Bewertung wirkt anders als Werbung auf der eigenen Website. Sie wirkt authentisch, unabhängig, ehrlich. Genau deshalb ist sie so viel wert. Und genau deshalb ist es so perfide, sie aus der eigenen Familie zu schreiben. Der Leser glaubt, einen neutralen Erfahrungsbericht zu lesen. Stattdessen liest er versteckte Werbung von jemandem, der direkt von diesem Geschäft profitiert.

Stellen Sie sich vor, Sie haben 200.000 Euro erspart. Sie googeln PARQ Energy, weil Ihnen Frank Finanzplanung das Investment schmackhaft gemacht hat. Sie sehen fünf gelbe Sterne und lesen von »höchstem Niveau« und »transparenter Projektabwicklung«. Sie denken: Das klingt solide. Was Sie nicht wissen: Der Mann hinter dieser Bewertung sitzt mit am Tisch. Er verdient indirekt mit, wenn Sie unterschreiben. Er hat kein Interesse daran, Sie zu warnen. Sein einziges Interesse ist, dass Sie Vertrauen haben.

Und genau das ist der Punkt, der mich aufregt. Diese Firma baut ihr gesamtes Marketing auf Vertrauen. Familie, Erfahrung, Handschlagqualität. Alles soll sagen: Bei uns sind Sie in guten Händen. Und dann wird genau dieses Vertrauen mit einer falschen Bewertung fabriziert. Nicht gewonnen, nicht verdient, nicht aus echten Kundenstimmen gewachsen. Fabriziert. Von der eigenen Familie.

Man muss sich auch klarmachen, wie einfach das zu durchschauen gewesen wäre. Ein Klick auf das Profil, ein Vergleich mit öffentlichen Fotos, ein Blick auf die Verbindungen. Was mich wütend macht, ist nicht nur, dass es passiert ist. Sondern dass es so offensichtlich ist. Wer so schlampig mit seiner Tarnung umgeht, den muss es einfach nicht interessieren, ob er erwischt wird. Das ist keine Angst vor Aufdeckung. Das ist Arroganz.

Rechtlich ist so etwas kein Kavaliersdelikt: Eine Bewertung ohne Offenlegung der wirtschaftlichen Verflechtung gilt als irreführende geschäftliche Handlung. Aber ehrlich gesagt interessiert mich der Paragraf hier weniger als die Haltung dahinter. Wer Vertrauen als Verkaufsargument benutzt, sollte es nicht selbst fabrizieren. Wer das trotzdem tut, sagt damit ziemlich viel darüber, wie ernst er den Rest seiner Versprechen nimmt.

Die Zuordnung der Rezension beruht auf öffentlich einsehbaren Angaben und ist eine begründete Verdachtsdarstellung. Frank Finanzplanung und PARQ Energy wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Sollte ich mich irren, korrigiere ich das hier sofort und deutlich.

Screenshot einer Fünf-Sterne-Google-Rezension zu PARQ energy GmbH von einem Nutzer namens Lukas
Screenshot: Fünf-Sterne-Rezension im Google-Profil der PARQ energy GmbH. Nach meinen Recherchen passt Vorname und Profilbild zum Sohn des Frank Finanzplanung Geschäftsführers.
Disclaimer

Dieser Beitrag ist ein Platzhalter zur Strukturdemonstration. Vor Veröffentlichung müssen sämtliche Tatsachenbehauptungen recherchiert, belegt und juristisch geprüft werden.

Weiterlesen